
Es war im Sommer 1988, als sich anläßlich eines Erntedankfestes im Selfkant (westlichster Zipfel Deutschlands an der niederländischen Grenze) einige Jagdhornbläser und Falkner trafen, um das Fest jagdlich zu umrahmen. Aus diesem Zufallstreffen heraus entstanden die heutigen Jagdhornbläser St. Bavo Grenzland e. V.
Der in Belgien als Schutzpatron der Falkner verehrte St. Bavo wurde als Namenspatron gewählt und gleichzeitig u. a. der Habicht als Wappentier ins Emblem der Bläsergruppe übernommen. Schon nach kurzer Zeit fanden sich auch Gleichgesinnte aus dem benachbarten niederländischen Limburg, die zusammen mit den anfangs nur aus dem Selfkant stammenden Bläsern Wohlgefallen am Jagdhornblasen hatten. Zum Fürst-Pless- und Parforcehorn kam noch das Pless-Ventilhorn hinzu, so daß heute viele Mitglieder in der Lage sind, ein zweites Instrument nach Bedarf zu blasen. Seit 1994 ist das Bläsercorps ein eingetragener Verein und als gemeinnützig anerkannt.
Anfangs beschränkten sich die Auftritte nur auf Treibjagden und auf Familienfeste. Doch das Ansehen des Corps wuchs schnell und schon bald konnten die St. Bavo-Bläser auch über den Kreis Heinsberg hinaus das interessierte Publikum mit ihren Jagdsignalen, wohlklingenden Märschen und ihrem weit gefächerten Jagdmusik-Repertoire erfreuen. Sie waren u. a. 1994 in Südafrika beim Tag der Deutschen Jäger mit dabei: Selbst der damals amtierende Ministerpräsident Nelson Mandela war in Pretoria, seinem Regierungssitz, ein begeisterter Zuhörer.
Ein weiterer Höhepunkt war die 1991 bei der Game Fair im niederländischen Arnheim errungene Silbermedaille. 1995 wurde St. Bavo als die beste musikalische Gruppe beim nationalen Jachthoorndag in De Lage Vuursche, der ehemaligen Residenz der niederländischen Königin Beatrix, ausgezeichnet. 1998 gestaltete St. Bavo eine Hubertusmesse im Kölner Dom und im neuesten Video von 1999 des LJV Nordrhein-Westfalen über das jagdliche Brauchtum sind die Jagdhornbläser live zu erleben. Voller Stolz blickt man auch auf die bisher bei Wettbewerben errungen deutschen Auszeichnungen, wie 2 mal Landesbronze, 2 mal Landessilber, 15 mal Landesgold und mittlerweile auch 5 mal Bundesgold in Folge, die in Form von jeweiligen Hornfesselspangen und den dazu gehörigen Urkunden verliehen wurden. 1998 wurden die Jugendbläser von St. Bavo anläßlich der Landesmeisterschaft NRW in Jülich mit großem Abstand Landesmeister der Gruppe C. 1999 wurde das Korps auf der Landesmeisterschaft in Brandenburg Sieger der Gruppe G.
2001 wurde die Gruppe in Bronkhorst niederländischer Meister.
2002 mussten wir uns mit 3 Punkten Unterschied und einem hervorragendem zweiten Platz geschlagen geben. Allerdings waren wir beim sogenannten "Insigneblasen", einer sehr schweren Solobläserprüfung über alle Jagdsignale äußerst erfolgreich. Von 15 Teilnehmern bestanden lediglich 6 die Prüfung, wobei 4 aus unserer Gruppe kamen. Es waren Patrik Pergens, Stefan Blum und Franz Duesing in der Kategorie Gold und Tom Verheijden in der Kategorie Bronze.
2003 erzielten unsere "Minis", die Jugendgruppe des Vereins, den Landesmeistertitel Rheinland Pfalz in der Klasse C, sie erzielten sogar mehr Punkte mehr als die Sieger der Klassen A,B und G/B !
2004 sind wir mit unserer Gruppe erneut Niederländischer Meister im Jagdhornblasen geworden mit 941 Punkten.
Eine aktuelle Aufstellung aller Erfolge der Gruppe finden Sie hier.
Inzwischen verfügt man über ein breites Repertoire und man versteht es wie kaum ein anderes Corps, die Jägermesse von Hermann Neuhaus zu intonieren. Dabei handelt es sich bei allen Bläsern um reine Amateure, die aus Liebe zur Musik und zur Jagd ihr Können zeigen. Aber vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt, und das heißt: Üben, üben und üben. Jede Woche wird mittwochs und vor großen Auftritten mehrmals wöchentlich in der Gaststätte "Zur Bahn" in Süsterseel geprobt; zuerst die Anfänger, dann die Fortgeschrittenen und zum Schluß die Profis von St. Bavo. Mit unermüdlichem Fleiß und geduldiger Ausdauer versteht es Maik Pergens als musikalischer Leiter immer wieder, seine Bläserinnen und Bläser zu begeistern; der jüngste sich in der Ausbildung befindliche Bläser ist 10 Jahre alt, und die älteste Bläserin ist gerade 67 geworden. 28 Mitglieder zählt das Bläsercorps insgesamt. Dem Vereinsvorstand gehören als 1.Vorsitzender Maik Pergens, als Geschäftsführer Dr. Stefan Blum, ein stellvertretender Vorsitzender, ein Kassierer, ein Beisitzer und ein Jugendsprecher an. Ferner gibt es einen Schirmherrn: Dr. Harry Kurvers und ein Ehrenmitglied: Lothar Graf Hoensbroech.
Die Jagdhornbläser St. Bavo Grenzland e. V. sind dem Hegering Übach-Palenberg angeschlossen und somit der Kreisjägerschaft Heinsberg. Auch den Hegering Geilenkirchen gilt es bei offiziellen Anlässen zu vertreten.
Ziel und Zweck der Bläsergruppe ist an erster Stelle das Jagdhornblasen, um so das manchmal zu sehr in den Hintergrund tretende jagdliche Brauchtum zu pflegen und zu erhalten. Außerdem verpflichtet der Habicht im Emblem, die hohe Kunst der Falknerei zu fördern und nach waidmännischen Regeln zu handeln. Ein glänzendes Beispiel für die Verbindung von Brauchtum und jagdlicher Praxis sind die jährlichen Reisen nach Brandenburg in die Schorfheide: Ansitz-Drückjagd, Jägermesse und geselliger Abend formen ein harmonisches Ganzes.
Falls Sie Interesse am Jagdhornblasen haben und mehr über unseren Verein Jagdhornbläser St. Bavo Grenzland e. V. wissen möchten, melden Sie sich einfach über eine E-mail-Adresse auf der Kontakt-Seite.
DBilder aus Bronkhorst 2005ie WWWW